Sanssouci

Sanssouci – das ist nicht nur das Schloss des Alten Fritz, sein geliebtes Refugium mit weitem Blick über Potsdam. Sanssouci ist vor allem der Park mit der einzigartigen Terrassenanlage und der prächtigen Fontäne im Zentrum, weltberühmt und 1990 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Hier vereinen sich seit über 250 Jahren höchste Gartenkunst mit den Werken der fähigsten Architekten und Bildhauer ihrer Zeit.

Die Schlössernacht bietet jedes Jahr die seltene Gelegenheit, diese historischen Kleinode in romantischer Beleuchtung und aufwändiger Inszenierung zu sehen.

Planen Sie mit den folgenden Texten Ihren Parkspaziergang zur Potsdamer Schlössernacht. Hier finden Sie nicht nur Kurzbeschreibungen der historischen Sehenswürdigkeiten, sondern auch Auszüge aus den Programmpunkten der Schlössernacht, die an diesen Orten gezeigt werden.

Park Sanssouci

Selbst wer häufig in diesem wunderbaren Park spazieren geht, entdeckt immer wieder Neues und wer ihn zum ersten Mal besucht, sollte viel Zeit mitbringen, um das Zusammenspiel von Natur und Architektur zu genießen. Friedrich der Große ließ auf einem „wüsten Berg“ zuerst einen terrassierten Weinberg anlegen, danach sein weltberühmtes Schloss Sanssouci. 

Später folgten das Neue Palais und das Belvedere. Drei Königsgenerationen danach gab Friedrich Wilhelm IV. unter anderem Schloss Charlottenhof und die Römischen Bäder in Auftrag. Das bis heute erhaltene Ensemble umfasst mehr als ein Dutzend beeindruckender Bauten und tausende Skulpturen auf Fassaden, Dächern, Brunnen und Plätzen. Es ist eine steinerne Kulisse aus verspieltem Rokoko, romantischen Ruinen und prachtvollen Gebäuden im Geist der italienischen Renaissance, die eingebettet sind in 290 Hektar Parklandschaft mit mächtigen Rotbuchen, Eichen und Ulmen, Platanen, Sumpfzypressen, Ginkgos und Mammutbäumen.

Zur Schlössernacht bringen Ihnen diverse Führungen die verschiedenen Nutz- und Ziergärten des Parks näher, vermitteln eine Idee vom Leben bei Hofe, entführen in die architektonische Welt des Paradieses oder erklären den skulpturalen Jahreszeitenkalender am Orangerieschloss. Die Führungen am Orangerieschloss und am Schloss Sanssouci werden auch in englischer Sprache angeboten. Nähere Informationen zu den Zeiten und Treffpunkten der Führungen finden Sie hier: (mehr…)

Auf dem Ökonomieweg – zwischen Neuem Palais und Römischen Bädern – begegnen Sie dem Perner Carillon, dessen Glocken um 17:45, 18:30, 19:30, 21:45 und 23:30 gespielt werden. (mehr…)

Auf der Hauptallee können Sie die fantastischen Kostüme der Gruppe „Costumi“ bewundern.  (mehr…)

Oder Sie finden heraus, was es mit dem „Legendary Strawberry Man“ auf sich hat, der um 19:30, 21:45, 23:00 und 00:30 Uhr auf der Hauptallee ganz sicher sein Publikum finden wird. (mehr…)

Schloss Sanssouci

Die französischen Könige und ihre Familien bewohnten in Versailles 152 Räume. König Friedrich gab sich in Sanssouci mit fünf Räumen zufrieden: Audienz- und Konzertzimmer, Arbeits- und Schlafzimmer, Bibliothek und kleine Galerie waren seine privaten Räume. Dazu nutzte er den Marmorsaal für Feierlichkeiten. Auch die Gäste des Königs mussten sich bescheiden und mit je einem einzigen Zimmer begnügen. Die in weiten Teilen bis heute erhaltene Ausstattung war natürlich exquisit, aus den Zimmern traten der König und seine Gäste direkt auf die Veranda mit dem Blick auf die Stadt; auf 132 Treppenstufen geht es über sechs Rampen, an deren Wänden Wein rankt, hinunter in den Park. Friedrich verbrachte hier über 40 Jahre die Sommermonate: „Kommt zu mir nach Sanssouci! / Dort erst ist man recht ein König, ist sein eigner Fürst und Herr, / Auf dem Lande, in der Stille! Weiß nicht, wo man freier wär‘!“ schrieb er über sein Sommerschloss, das täglich außer montags zu besichtigen ist.

Am Schloss Sanssouci auf den Weinbergterrassen erwarten Sie die Künstler der französischen Gruppe Quidams mit ihren großen Pferdefiguren aus Licht, Luft und Seide um 18:00, 20:15 und 22:30 Uhr (mehr…)

Auf der anderen Seite des Schlosses, im Ehrenhof, lädt Sie das Quinteto Ángel zu einer Milonga: Erleben Sie den Tango und tanzen Sie mit um 18:30, 19:45, 21:00, 22:15 und 23:15 Uhr! (mehr…)

Oder Sie schließen sich einer Führung an und erfahren mehr über die „Königlichen Aussichten“. (mehr…)

Bildergalerie

Die von Friedrich II. beauftragte Gemäldegalerie ist das älteste erhaltene deutsche Museumsgebäude. „Eine neue Torheit“, schrieb er 1755 an seine geliebte Schwester in Bayreuth, „aber durch die kommt die Welt ja nur vorwärts.“ Der Innenraum der 80 Meter langen Galerie ist hinreißend schön. Vergoldete Ornamente und kostbare Fußböden aus gelbem und weißem Marmor, antike und barocke Skulpturen sowie Allegorien der Künste und Wissenschaften aus Stuck hoch über den Köpfen der Gäste sind der Rahmen für heute 140 Gemälde, die dicht an dicht in zwei übereinander liegenden Reihen hängen. Zu sehen sind Caravaggios „Ungläubiger Thomas“, fünf Werke Anton van Dycks, sieben Werke von Peter Paul Rubens sowie Gemälde von Jan Lievens, Jacob Jordaens, Thomas Willeboirts Bosschaert und Gerard de Lairesse. Sie werden durch die französischen Statuen der Originalausstattung des 18. Jahrhunderts und antike Büsten ergänzt. Das Museum ist von Mai bis Oktober täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Zur Schlössernacht ist die Bildergalerie von 17:00 bis 23.30 Uhr zu besichtigen. Letzter Einlass ist um 23:00 Uhr.

In der Fontäne unterhalb der Bildergalerie erleben Sie eine besonders schöne Form des „Kugeltanzes“ um 17:45, 18:30, 19:30, 22:00 und 23:10 Uhr. (mehr…)

Zwischen 17:00 und 23:30 Uhr können Sie an der Bildergalerie Marquis Louis de Montignac, Musikus am Hofe Friedrichs II., kennenlernen. (mehr…)

Das Neue Palais

Das Neue Palais steht am westlichen Ende der Hauptallee von Park Sanssouci. Es ist der größte Schlossbau von Friedrich dem Großen, mit dem er zeigte, wie kraftvoll Preußen auch nach dem langen Krieg war. Er selbst schätzte den Bau nicht sonderlich, nannte ihn einmal eine Prahlerei. Tatsächlich ist das Schloss ziemlich überdimensioniert und mit etwa 500 Skulpturen reich verziert bis zum Dach. In dem prächtigen Gebäude wohnten vor allem Gäste, Friedrich dagegen mied den Trubel. Von den 200 Räumen können heute täglich außer dienstags etwa 60 besichtigt werden, die meisten sind mit Möbeln der Zeit und Gemälden ausgestattet. Besuchermagnet ist der ungewöhnliche Grottensaal mit seinem Besatz von 20.000 Mineralien, Muscheln und Versteinerungen. Auf dem Platz vor dem Schloss – der sogenannten Mopke – paradierten früher Militärs, heute wird er für Veranstaltungen genutzt. Das Schlosstheater im Südflügel kann nach der derzeit stattfindenden Sanierung wieder als Spielstätte dienen.

Das Neue Palais ist von 17:00 bis 23:30 Uhr zu besichtigen. Letzter Einlass ist um 23:00 Uhr.

Auf der Gartenseite des Neuen Palais zaubert die Sandartistin Natalya Netselya per Videoprojektion Sandmalerei-Motive aus der Geschichte Sanssoucis an den Mittelrisalit der Fassade. Start der Shows: 20:30, 21:30, 22:30 und 23:30 Uhr. (mehr…)

Auf der Mopke an der Westseite des Neuen Palais liegt die Hauptbühne der Schlössernacht. Hier findet traditionell das klassische Konzert am Vorabend statt. Zur Schlössernacht am Samstag unterhalten Sie im Wechsel drei tolle Bands: Jazz à la Carte (18:00 und 21:20 Uhr), The Trouble Notes (19:20 und 22:20 Uhr) und Beat ’n Blow (20:20, 23:20 und 00:30 Uhr). (mehr…)

Um 24:00 Uhr startet das traditionelle Feuerwerk, das Sie am besten von der Mopke aus erleben.

Schloss Charlottenhof

Südwestlich von Schloss Sanssouci liegt in einem ruhigeren Teil des Parks das Schloss Charlottenhof. Der spätere König Friedrich Wilhelm IV. hatte das Gutshaus 1825 von seinem Vater als Weihnachtsgeschenk erhalten und beauftragte Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné mit der Umgestaltung. Schinkels Bau, der täglich außer montags (Mai – Oktober) zugänglich ist, wurde vom Geist der römischen Antike beeinflusst. Der Architekt folgte dem Beispiel von Wohnhäusern in Pompeij und Herculaneum und schuf beinahe bescheidene, bürgerliche Innenräume mit Mobiliar nach eigenen Entwürfen. Berühmt ist das weiß-blau tapezierte Zimmer mit den von einem Baldachin überspannten Feldbetten, das an ein Zelt erinnert und einen Zusammenhang zwischen Innen- und Außenraum herstellt. Lenné pflanzte auf dem krautigen Acker um das Schloss auf weiten Rasenflächen Kastanien, Buchen, Pappeln, Eichen, Platanen und Sumpfzypressen.

Am Rosengarten des Schloss Charlottenhofs verwöhnt uns Simonetta Ginelli mit ihren atmosphärischen Harfenklängen zur Schlössernacht um 19:00, 20:00, 21:15, 22:15 und 23:15 Uhr. (mehr…)

Am Maschinenteich nahe des Schloss Charlottenhofs erleben Sie eine phantasievolle Illumination der Parklandschaft. Start der Laser-Show: 21:00, 21:40, 22:10, 22:50 und 23:30 Uhr. (mehr…)

Chinesisches Haus

Im 18. Jahrhundert begeisterte sich Europa für das Riesenreich China. Die Chinoiserie war eine architektonische und kunsthandwerkliche Verbeugung vor der vermeintlich eleganten und zivilisatorisch hochstehenden chinesischen Kultur. Selbst der immer kritische Voltaire hielt China für ein von aufgeklärten Gelehrten regiertes Utopia. In Pillnitz ließ August der Starke eine Schlossanlage ganz im chinesischen Stil bauen, Friedrich der Große gab im Park Sanssouci sein verspieltes Chinesisches Haus in Auftrag. Die Fassade des grünlich und golden schimmernden Pavillons, der im Sommer als Speisesaal diente, zeigt lebensgroße, vergoldete, Tee trinkende und Früchte essende Figuren und ein Dutzend Musiker. Auf der Kuppel des Hauses sitzt ein dicker, zufriedener, goldener Mandarin mit Sonnenschirm. Die Innenwände des Pavillons schmücken vergoldete Konsolen und das große Deckenbild zeigt eine ausgelassene Feier – eine heitere Illusion über den Köpfen der damaligen Tischgesellschaften.

Am Chinesischen Haus treffen die Kinder den Drachen Johann Ludwig von Fauch um 18:00 und 19:00 Uhr. (mehr…)

Anna Wierer sorgt mit ihrer Flöte für die musikalische Untermalung um 19:45, 20:45, 22:00 und 23:00 Uhr. (mehr…)

Das Chinesische Haus ist von 17:00 bis 23:30 Uhr zu besichtigen. Letzter Einlass: 23:00 Uhr

Zwischen Chinesischem Haus und Römischen Bädern liegt die Parkgärtnerei. Genießen Sie am Schlössernachtabend die Vielfalt von Blumen, Blattpflanzen und Kräutern und informieren Sie sich am Info-Stand in der Parkgärtnerei. Vielleicht verraten Ihnen die Profis auch ein paar Geheimnisse der Gartenkunst …
Die Parkgärtnerei ist zur Schlössernacht von 17:30 bis 23:30 Uhr (letzter Einlass: 23:00 Uhr) für Sie geöffnet (ohne Führung)…

Römische Bäder

Friedrich Wilhelm IV. war verliebt in das Licht und die Architektur Italiens. Als sein Neffe Friedrich Wilhelm, der spätere 99-Tage-Kaiser, Palermo besuchte, sagte er verblüfft: „Hier sieht ja alles aus wie in Potsdam.“ Ähnlich werden Parkbesucher empfinden, wenn sie den stillen Winkel mit den Römischen Bädern besuchen. Die stimmungsvollen Bauten mit den Zypressen hinter dem korinthischen Säulengang am See sind ein Komplex mit Lauben, Teepavillon, Turm und Gärtnerhaus. Die Wandmalereien im Atrium der eigentlichen Bäder zeigen, in leuchtendem Rotbraun gehalten, eine Phantasielandschaft am Golf von Neapel. Im Hauptraum, dem Warmbad, tragen vier Karyatiden aus Marmor das Gebälk vor der Badenische, in den Fußboden sind Mosaikbilder eingelassen. Im Osten der Anlage liegt ein Erholungsgarten mit immergrünen Pflanzen. Italienische Landhausarchitektur und Gartengestaltung gehen an diesem stilvollen Ort eine Symbiose ein.

Die Römischen Bäder sind in der Schlössernacht zwischen 17:00 und 23:30 Uhr zu besichtigen. Letzter Einlass ist um 23.00 Uhr.

Für die richtige Stimmung sorgen Milo Lombardi’s Spaghetti Swing & Samba um 17:30, 18:30, 19:30, 20:30, 21:30 und 22:30 Uhr. (mehr…)

Vor den Römischen Bädern starten die Führungen „Von A wie Artischocke bis Z wie Zucchini“ um 18:00, 19:00, 20:00, 22:00 und 23:00 Uhr. (mehr…)

Am Maschinenteich neben den Römischen Bädern erleben Sie eine phantasievolle Illumination der Parklandschaft. Start der Laser-Show: 21:00, 21:40, 22:10, 22:50 und 23:30 Uhr. (mehr…)

Nicht weit entfernt von den Römischen Bädern liegt die Bühne am Holzplatz, wo Oli Bott und Aydar Gaynullin zwischen 18:00 und 23:00 Uhr abwechselnd auftreten. Zwei vielfach preisgekrönte Meister ihrer Kunst, die Sie nicht verpassen sollten. (mehr…).

Orangerieschloss

Das Gebäude ist Zeugnis für die Italien-Sehnsucht von Friedrich Wilhelm IV. Römische Villen und die Rundbögen der Uffizien in Florenz waren Vorbilder für den Bau. Vor dem Gebäude steht eine Marmorstatue des Herrschers. Sie zeigt ihn als barhäuptigen Mann mit Spazierstock, eine Darstellung, die dem kunstsinnigen König gefallen hätte. Im Mittelbau liegt der mit roter Seide bespannte Raffael-Saal mit 50 Kopien von Werken des Malers, den der gläubige König sehr verehrte. Die weitgehend original ausgestatteten Räume dienten dem König und seinen Gästen. In den zwei seitlichen Pflanzenhallen sind noch heute im Winter empfindliche Kübelpflanzen untergebracht.

Die gärtnerische Gestaltung nach dem Vorbild der Villa d’Este in Tivoli mit Lorbeer und Zitrusbäumchen übernahm selbstverständlich Josep Peter Lenné. Ihr sonniger Standort vor der Orangerie ist heute auch ein Lieblingsort der Spaziergänger. Das Orangerieschloss selbst ist in den Sommermonaten täglich außer montags von 10:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen.

Vor dem Orangerieschloss bringen Sie die Schlössernacht-Künstler von Transe Express mit ihrem „musizierenden menschlichen Mobile“ zum Staunen – ein Highlight, um 19:00, 21:00 und 23:00 Uhr. (mehr…)

Um 19:30, 20:20, 21:30 und 22:30 Uhr tritt vor dem Orangerieschloss David Beecroft am Saxofon auf. (mehr…)

In der Pflanzenhalle des Orangerieschlosses erleben Sie die „Wassermusik“ von Liquid Soul um 18:00, 19:00, 21:00, 22:00 und 23:00 Uhr. (mehr…)

Die Führungen „Der Jahreszeitenkalender am Orangerieschloss“ widmen sich dem Skulpturen-Programm vor dem Schloss und starten um 17:30, 18:00, 18:30, 19:30, 20:00 (engl.), 20:30, 21:30, 22:00 und 22:30 Uhr (mehr…).

Botanischer Garten und Paradiesgarten

Der Botanische Garten der Universität Potsdam wurde 1950 auf dem Gelände der früheren Hofgärtnerei von Sanssouci angelegt. Auf 8,5 Hektar wachsen hier etwa 10.000 Pflanzenarten. Acht Schaugewächshäuser bieten den Gästen eine Fülle tropischer und subtropischer Pflanzen. Im Sukkulentenhaus wachsen zahlreiche Kakteenarten, im Nutzpflanzenhaus gedeihen für die menschliche und tierische Ernährung wichtige Pflanzen. Das Freigelände mit dem Biologischen Garten an der Maulbeerallee bietet einen Rundgang durch Ökosysteme von der Alpenvegetation bis hin zu Steppenrasen. Der kleine Paradiesgarten ist rund um ein Atrium in Form eines hübschen Brunnenhofes die Heimat tausender einheimischer und exotischer Pflanzen. Hier und da laden Parkbänke die Gäste zum Entspannen ein – ein verlockendes und viel genutztes Angebot nach der kulturellen Mammutschau im Park von Sanssouci.

Der Botanische Garten ist während der diesjährigen Schlössernacht leider nicht geöffnet.

Unweit des Botanischen Gartens finden Sie am Botaniktor die Bühne von Antenne Brandenburg, auf der Jaspar Libuda und das Duo L’Acoustics zwischen 18:00 und 24:00 für Stimmung sorgen – moderiert von Detlef Olle.  (mehr…)

Historische Windmühle und Neue Kammern

Während des Baus von Schloss Sanssouci entstand auch eine Orangerie, in der kostbare Kübelpflanzen überwinterten und im Sommer Komödien und Operetten aufgeführt wurden. 1771 wurde dieses Gebäude zu den „Neuen Kammern“ mit Gästewohnungen und kostbar ausgestatteten Festsälen im Rokokostil umgebaut. Direkt hinter dem langgestreckten rotbraunen Bau erhebt sich – nach der Zerstörung der Historischen Mühle am Ende des Zweiten Weltkrieges – der neue, 1993 in Betrieb genommene, 25 Meter hohe Galerieholländer, in dem wieder ein Müller arbeitet. Die Mühle ist während der diesjährigen Schlössernacht leider nicht geöffnet.

Die Neuen Kammern sind zur Schlössernacht von 17:00 bis 23:30 Uhr zu besichtigen. Letzter Einlass ist um 23:00 Uhr.

Im Kirschgarten vor den Neuen Kammern tritt Joe Löhrmann mit seinem Traveling Piano auf – um 19:30, 20:40 und 22:00 Uhr. (mehr…)

Freundschaftstempel

Der Freundschaftstempel ist ein architektonischer Liebesgruß an Friedrichs Schwester Wilhelmine, die als Frau des dortigen Markgrafen in Bayreuth lebte. Friedrich war ihr zeitlebens eng verbunden und korrespondierte regelmäßig mit der sehr gebildeten Frau. Nach ihrem Tod ließ er 1768, ausgehend von einem eigenen Entwurf, den Tempel in Form eines damals sehr beliebten Monopteros mit flachem Kuppeldach erbauen.

Erfahren Sie mehr über das Leben zu Zeiten Friedrichs des Großen im Rahmen der „Plauderstunde bei Hofe“ mit dem Kammerherrn Karl Ludwig von Pöllnitz um 17:30, 19:15, 21:00 und 22:00 Uhr. (mehr…)

Dazwischen spielt Martin Klenk mit seinem Cello auf: um 18:30, 20:00, 22:00 und 23:00 Uhr. (mehr…)

Hippodrom und Fasanerie

Der südwestliche Parkzipfel ist ein abgeschiedenes Areal mit wenigen Besuchern. Hier liegt ein typisch römisches Hippodrom mit Bäumen, Beeten, Wasserbassins und einer elliptischen Reitbahn. 1844 entstand die Fasanerie mit einem gelb gehaltenen Gebäude im italienischen Landhausstil. Es diente als Wohnsitz für den Fasaneriemeister. Um 1880 wurde die Fasanenhaltung aufgegeben, die Zäune fielen, das Gelände wurde in den Park Charlottenhof eingebunden.

Nördlich des Hippodroms unterhält Sie die Horus-Falknerei mit ihrer Tiershow: Start der Vorführungen jeweils 18:00, 19:00 und 20:00 Uhr. Nach Einbruch der Dunkelheit besteht im Zeltlager Gelegenheit für Fotos mit den Falknern und ihren Tieren. (mehr…)

Obelisk

Das Obeliskportal ist einer der Hauptzugänge zum Park Sanssouci. Vom Portal führt die Hauptallee direkt zum Neuen Palais. Der Obelisk ist mit ägyptischen Schriftzeichen verziert. Die Anordnung der Hieroglyphen ist zufällig, denn ihre Entzifferung gelang dem Franzosen Jean Francois Champollion erst im Jahr 1822.

Am Eingang „Obelisk“ empfängt Sie zwischen 17:00 und 19:00 Uhr Aydar Gaynullin mit seinem Akkordeon. (mehr…)

Heckentheater

Bis vor wenigen Jahren bedeckten Bäume, Sträucher und Gras das ehemalige Heckentheater. Bühne, Orchestergraben und Zuschauerraum des nördlich vom Neuen Palais gelegenen Freilufttheaters waren mehr als 150 Jahre zugewuchert. Niemand hatte sich um seine Belebung gekümmert, nachdem Naturtheater Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Mode kamen. Dank der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V. wurde das Heckentheater mit etwa 200 Sitzplätzen rekonstruiert und steht seit dem Jahr 2012 wieder für Veranstaltungen zur Verfügung.

Im Heckentheater überraschen Sie die Gorillas mit ihrem interaktiven Impro-Theater, treiben sich in der Nähe herum und schenken den Gästen spontane und höchstpersönliche Gedichte. Auftrittszeiten sind für 18:00, 20:00 und 22:00 Uhr geplant. (mehr…)

Königlicher Weinberg

Seit 2006 verfolgen die Mosaik-Werkstätten die Wiederherstellung und Rekultivierung der einstigen Nutzgärtnerei Friedrichs des Großen. Mittlerweile gedeihen wieder mehr als 3.000 Rebstöcke und über 250 Obstbäume auf dem Klausberg.

Führungen im 30-Minuten-Takt von 17:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (ca. 21:00 Uhr). (mehr…)

Winzerberg und Triumphtor

Der Winzerberg ist eine Terrassenanlage, die seit 1763 zum Weinanbau genutzt wurde, gebaut von Lucas von Hildebrandt nach Plänen Johann Gottfried Bürings. König Friedrich Wilhelm IV. hatte schon als Kronprinz die Idee, auf der Kuppe des Berges eine Tempelanlage zu errichten. Karl Friedrich Schinkel plante eine prächtige Triumphstraße. Verwirklicht wurde 1850/51 jedoch nur deren Triumphtor und später das Orangerieschloss von Friedrich August Stüler. Ludwig Ferdinand Hesse führte 1849 den geplanten Entwurf des Winzerhauses aus. Auch Peter Josef Lenné hat die Anlage mit einer Verblendung der untersten Terrassenwand und einem Treppenaufgang mit dem monumentalen Bacchus-Haupt verschönern lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel der Winzerberg durch Witterung und Wildwuchs. Um weitere Beschädigungen zu vermeiden, kappte man in den 1980er Jahren die Bewässerungsleitungen, die noch immer Wasser vom Ruinenberg zuführten.

Da die finanziellen Mittel der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für dieses Objekt sehr beschränkt sind, schlossen sich engagierte Bürger zu einem gemeinnützigen Verein zusammen, dem Bauverein Winzerberg Potsdam e. V., der die Stiftung in ihrer Arbeit unterstützt. Inzwischen sind die östliche Umschließungsmauer und das Triumphtor vollständig restauriert. Ende 2008 wurde das erste Fenster als Modell wiederhergestellt – Beginn der Aktion »Scheibe gegen Spende«. Schon ab 30,– Euro kann die kleinste Scheibe mit einer persönlichen Gravur erworben werden.

Auch in der Schlössernacht werden wieder Mitglieder des Vorstandes des Bauvereins Winzerberg e. V. Führungen anbieten, Start: 15:30, 16:30 und 17:30 Uhr (mehr…)

Handwerkstradition im Schirrhof

Die Werkstätten des Schlossparks, benannt nach den Arbeitsgespannen und deren Schirrzeug, gibt es seit 1885 an der heutigen Stelle am südlichen Rand des Parks. Auch heute noch liegen die Hauptaufgaben des Schirrhofs in der Sicherung der historischen Gebäude. Hier arbeiten Gewerke der Tischler, Maler, Elektriker, Maurer, Klempner, Schlosser und Sicherheitstechniker.

Führungen (max. 30 Personen) im Schirrhof: jeweils um 17:30, 18:30 und 19:30 Uhr (mehr…)

 

Auch noch sehenswert, aber nicht Bestandteile des diesjährigen Schlössernacht-Programms:

Ruinenberg

Vom Ehrenhof des Schlosses Sanssouci sieht man hinüber auf den gegenüberliegenden Hügel, auf dem Friedrich 1747 eine Ruinenanlage gestalten ließ, die an die Vergänglichkeit allen irdischen Bemühens erinnern sollte. Wie üblich stritt der König mit seinem Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff über den Entwurf – er war ein eigensinniger Mann mit sehr genauen Vorstellungen. Friedrich Wilhelm IV. ließ hundert Jahre später die Anlage um einen Normannischen Turm erweitern. Er ragt knapp 50 Meter über der Havel auf und bietet freie Aussicht auf den gesamten Park bis hin zum Krongut Bornstedt. 

Die Friedenskirche und der Marlygarten

Mit der Friedenskirche setzte der geschichts- und standesbewusste Friedrich Wilhelm IV. der Politik seines Vaters in seiner neuen Kirchengemeinde für den Hofstaat und die Bewohnern mehrerer Potsdamer Vorstädte ein Denkmal. Die fünfteilige Anlage mit Kirche, Pfarrhaus, Schule, Kreuzgang und Atrium ist architektonisch sehr harmonisch. Das Atrium ist von einer Säulenhalle umgeben, den Innenhof schmückt ein Brunnen mit einer Christusfigur. Die Arkaden des Kreuzgangs sind fein und elegant, werden von Kavalier-, Pfarr- und Schulhaus flankiert. Die Friedenskirche selbst entwarf Ludwig Persius, der allgegenwärtige Josef Peter Lenné schuf den angrenzenden Friedensteich. Er gestaltete auch den Marlygarten, wo Friedrich Wilhelm IV. auf dem Hügel mit den großen Fächerbeeten und der Flora-Statue gerne seinen Tee trank. Es ist ein Ensemble, das erneut das gelungene Zusammenspiel von Architektur, Landschaft und Kunst im Park Sanssouci belegt.

Antikentempel

Der Antikentempel wurde 1768-69 nach einem Entwurf von Friedrich dem Großen gebaut und beherbergte seine Antikensammlung. Schon 1798 ordnete Friedrich Wilhelm III. an, die 14.000 Steine, Münzen, Gemmen und Plastiken nach Berlin zu überführen. Heute sind in dem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Tempel mehrere Hohenzollern wie Kaiserin Auguste Victoria und Hermine begraben.

Villa Illaire und Villa Liegnitz

An der Allee nach Schloss Sanssouci steht die von Ludwig Persius entworfene kleine Villa des Geheimen Kabinettsrates Ernst Emil Illaire, die ein schönes Beispiel für den Potsdamer Baustil im 18. Jahrhundert ist. Schräg gegenüber liegt die Villa von Auguste Fürstin von Liegnitz, der zweiten Gemahlin von König Friedrich Wilhelm III., die hier als Witwe lebte.

Drachenhaus

Friedrich der Große gab das an eine chinesische Pagode erinnernde vierstöckige Gebäude am Klausberg 1772 bei Carl von Gontard in Auftrag. Seinen Namen verdankt es den sechzehn Drachenfiguren auf den Dächern. Seit 1934 dient die Pagode als beliebtes Restaurant und Café.

Weitere Informationen über den Veranstaltungsort der Potsdamer Schlössernacht finden Sie hier: www.spsg.de